Deutsche Regierung gegen kostenlose Tagesschau-AppTagesschau

Die deutsche Regierung schließt sich der Kritik des Springer-Verlags an, und stellt sich gegen eine kostenlose App für die ARD Tagesschau.

Staatsminister Bernd Neumann erklärte am Christtag, der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte mit Gratisangeboten nicht unnötig neue Geschäftsmodelle der privaten Anbieter gefährden.

Auch Minister Neumann spricht von Marktverzerrung in einer Zeit, in der private Medienanbieter ums Überleben kämpfen.
Neben Springer hatte auch der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger scharfe Worte gesprochen, und sich in einem Brief an die Ministerpräsidenten der Länder und an Neumann gewandt.

NDR-Sprecher Martin Gartzke hatte bereits im Vorfeld darüber aufgeklärt, dass es sich nicht um exklusive Inhalte, sondern um bereits seit längerem über tagesschau.de/mobil oder wap.tagesschau.de verfügbare Inhalte handeln sollte, und dass dies lediglich ein Optimierungsschritt für Smartphones darstellen würde.

via derstandard.at


Springer: Scharfe Kritik an der Tagesschau-App

Der ARD will seine Tagesschau in Kürze als App anbieten - und weil die ARD-Programme bereits durch die Rundfunkgebühr finanziert sind, soll die iPhone-App kostenlos werden.

Der Axel Springer Verlag, der vor kurzem seine Magazine Bild und Welt als Abo-pflichtige Apps in den AppStore gebracht hat, übt jetzt heftige Kritik an diesem Vorhaben:

Es gehöre nicht zum Grundversorgungsauftrag öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten, kostenlose Applets auf dem iPhone zur Verfügung zu stellen. Nach Auffassung des Verlages handele sich hierbei um eine nicht tolerierbare Marktverzerrung.

"Die privaten Verlage, darunter auch unser Haus, versuchen derzeit, Qualitätsjournalismus im Netz durch den Aufbau von Bezahlmodellen zu finanzieren mit dem Ziel, die Geschäftsgrundlage für Qualitätsjournalismus in der digitalen Zukunft zu sichern und auch dauerhaft Meinungsvielfalt zu gewährleisten. Die Folge der öffentlich-rechtlichen Kostenlos-Offensive wird sein, dass private Angebote langfristig kaum noch konkurrieren können und so Vielfalt reduziert wird", erklärte Edda Fels, Sprecherin des Verlages

Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD aktuell, nahm dazu folgendermaßen Stellung:

“Ich habe Verständnis für die Sorgen der Printkollegen und der Verlage, die auf der Suche nach tragfähigen Geschäftsmodellen im Netz sind. Ich bin mir da der Verantwortung unserer besonderen Rolle bewusst.”

via winfuture.de